Genussprofil 12: Grüne Flageolet-Bohnen

Genussprofil 12: Grüne Flageolet-Bohnen

Bohnen-Fans und alle, die es noch werden wollen, aufgepasst! Bohnen sind vielseitig, lecker und gesund. Die edlen Flageoletbohnen werdet ihr lieben!

Die hellgrünen Flageoletbohnen gelten als Delikatesse in der französischen Küche.
Dort sind sie als “Flageolets Verts” bekannt. Sie gehören zu den gewöhnlichen Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris). Diese hübschen Bohnen sind im Mittelmeerraum dank ihres feinen Geschmacks sehr beliebt. Sie eignen sich bestens für Suppen, Eintöpfe und sorgen positiv für eine Überraschung in Vorspeisen, Soßen und Salaten.

Inhaltsverzeichnis


Geschichte
Nährwerttabelle
Geschmack und Aussehen
Anbaugebiete
Bohnen richtig zubereiten
Nur für Suppe und Eintopf?
Nebenwirkungen
Rezept
Interessantes

 

Geschichte


Dem Gärtner Paul-Gabriel Chevrier aus Brétigny-sur-Orge im französischen Département Essonne südlich von Paris gelang es 1872 erstmalig, Flageolets zu ziehen. Das geschah durch eine eher zufällige Entdeckung. Er erntete weiße Bohnen vor der Reife. Später bemerkte er in seinem Schuppen, dass die getrockneten, vorzeitig geernteten Bohnen ihre grüne Farbe behielten. Nach seinem Entdecker tragen Flageolet-Bohnen daher auch den Namen Chevrier. Auch die seit dem Jahr 1922 jedes Jahr im September veranstaltete Bohnenmesse trägt den Namen des berühmten Gärtners. Die Messe findet unweit seiner Heimat in der Stadt Arpajon ca. 35 Kilometer südlich der französischen Hauptstadt statt.

Inzwischen wurden verschiedene Sorten von grünen Flageoletbohnen gezüchtet. Die bekanntesten von ihnen sind die Sorten Flamingo, Flambeau und Elsa. Neben den grünen Sorten gibt es nun auch weiße, gelbe, rote und schwarze Flageolets. Im Geschmack sind sie alle ähnlich mild, zart und fein.

Nährwerttabelle


Brennwerte / Energy 282 kcal / 1182 kJ
Eiweiß / Protein 18,0 g
Kohlenhydrate / Carbohydrates
   davon Zucker
34,0 g
2,9 g
Fett / Fat
   gesättigt / saturated
2,2 g
0,4 g
Ballaststoffe / Fiber, total dietary 27,0 g
Salz / Salt < 0,1 g

 

Geschmack und Aussehen


Flageolet-Bohnen sind recht klein, länglich-schlank und typisch nierenförmig. Die Gewebestruktur dieser Bohnenspezialität ist fest und außergewöhnlich cremig. Die am meisten verbreitete Form der Flageolet-Bohne hat eine zart hellgrüne Färbung. Wegen ihrer ausgeprägten Nierenform wird sie häufig als grüne Kidney-Bohne bezeichnet.

Anbaugebiet


Im Pariser Becken, wo die Flageolet-Bohne ihren Ursprung hat, liegen auch heute noch die Hauptanbaugebiete. Inzwischen wird die Bohnenart auch im Norden von Frankreich und in der Bretagne kultiviert. Allein in Frankreich werden jährlich rund 40.000 Tonnen produziert. Inzwischen gibt es auch größere Anbaugebiete im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien und in Australien.
Damit die Flageolets ihre meist grüne Farbe behalten, werden die Kerne, beziehungsweise Samen, vor ihrer Reife geerntet. Die Pflanzen sind zum Zeitpunkt der Ernte halb getrocknet und die Feuchtigkeit der Samen liegt bei etwa 45 Prozent. Die Kerne werden nach der Ernte im Schatten behutsam getrocknet.

Quelle

Bohnen richtig zubereiten


Wenn Du Flageolets bei uns kaufst, dann erhältst Du sie in getrockneter Form. Für die Zubereitung empfehlen wir, die Bohnen kurz zu waschen und anschließend zwischen 6 bis 12 Stunden mit frischem Wasser einzuweichen. Zum Kochen nimmt man die 2-3-fache Wassermenge. Zwischen 1,5 und 2 Stunden werden die Flageolet Bohnen gekocht, bis sie eine weiche, bissfeste Konsistenz erreichen. Damit die Bohnen weich werden, sollte man sie während der ersten Hälfte der Kochzeit möglichst ohne Salz kochen.

Nur für Suppe und Eintopf?


Ein ganz klares NEIN. Suppen und deftige Gemüseeintöpfe mit Bohnen haben eine lange Tradition. Sie sind lecker, sättigen und man kann bei der Zubereitung wenig falsch machen. Zu sagen, die Flageolet Bohne und ihre Verwandten hätten nicht mehr drauf, wäre eine kolossale Beleidigung für die Familie der Hülsenfrüchte.

Flageolet Bohnen sind eine französische Spezialität und werden traditionell zu Kalb und Lamm gegessen. Auch im Cassoulet, einem herzhaften Eintopf mit Gänse-, Hammel- oder Kaninchenfleisch sowie Tomaten, Sellerie und Möhren dürfen sie nicht fehlen. Die feine Bohne erfreut sich höchster Beliebtheit bei Gourmets und hat einen festen Platz im gesamten Mittelmeer Raum. Wer Abwechslung sucht, kann die grüne Flageolet Bohne nicht nur als Beilage oder in der Suppe genießen. Würzige Soßen kann man mit ganzen Flageolets verfeinern. Für eine besonders sämig-cremige Konsistenz püriert man die Bohnen. Gemischte Salate mit den optisch ansprechenden Bohnen verfeinert eignen sich, wenn man gesund und genussvoll essen möchte.

 

Nebenwirkungen


Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

Nicht unbedingt!
Alle Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, werden nur sehr langsam verdaut. Empfindliche Menschen können beim Verzehr von Bohnen – unabhängig von der Sorte - Magen-Darm-Probleme oder Verdauungsstörungen bekommen. Blähungen sind ebenfalls eine bekannte Nebenwirkung beim Verzehr von Hülsenfrüchten. Beim gemeinsamen Verzehr mit anderen Gemüsesorten oder durch die Beigabe von Kümmel kann diese Wirkung abgeschwächt werden. Wer jedoch sehr empfindlich hinsichtlich seiner Verdauung ist, sollte auf den Verzehr größerer Mengen verzichten.

Weicht man Hülsenfrüchte für ein paar Stunden in 80 Grad heißem Wasser ein, wird der Gehalt blähender Oligosaccharide (Raffinose und Stachyose) um 80% reduziert. Das fanden Forscher heraus, die die Zubereitung von Kichererbsen zu optimieren versuchten. 

DAS EINWEICHWASSER WEGSCHÜTTEN !

 

(Folgendes Rezept stammt aus diesem Blog )

REZEPT


Leckere kleine Vorspeise für Sommer
  1. Glas gute Tomatensoße
  2. 300 g getrocknete Grüne Flageolet-Bohnen
  3. ein kleiner Bund Oregano
  4. Fenchelknolle
  5. 1-2 EL Bratolivenöl
    Salz zum Nachwürzen
  1. Die Bohnen in einem Haarsieb kalt abspülen. In einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser geben und über Nacht einweichen.
  2. Am nächsten Tag das Wasser abgießen und den Topf mit neuem Wasser (und etwas Salz) auffüllen. Zum Kochen bringen und die Bohnen auf schwacher Hitze zugedeckt für 30-45 Minuten garen.
  3. Die Oreganoblättchen von den Stielen zupfen. Den Fenchel waschen, den Strunk ausschneiden und ganz fein würfeln.
  4. In einem Topf das Olivenöl erhitzen und den Fenchel darin andünsten bis er glasig wird (ca. 5 Minuten).
  5. Tomatensoße, Sugo und Oregano zufügen und unter ständigem Rühren eine halbe Stunde einkochen. Die Soße wird pastös und hat ein intensives Aroma. Die Bohnen sollten weich und cremig sein.

Gut zu wissen


„INTERRESSIERT MICH NICHT DIE BOHNE“

Diese Redewendung stammt tatsächlich schon aus dem 13. Jahrhundert und wird für „überhaupt nicht“, „nicht im Geringsten“ benutzt. Warum aber ausgerechnet die Bohne? Bohnen sind leicht anzubauen und die Stückzahl ist immer groß. Eine einzelne Bohne besitzt dagegen keinen Wert.

Quelle

 

Vorheriger Artikel Genussprofil 13: Edamame
Nächster Artikel Genussprofil 11: Walnüsse

Kommentieren

*Pflichtfelder

Nach oben